Foto; Bremervörder Zeitung, Thomas Schmidt

Glasmuseum Gnarrenburg
Das Ziel für den Tagesausflug im Landkreis Rotenburg
– ganzjährig erreichbar -

Nicht alle wissen es: es gibt ein industriehistorisches Museum direkt in der Teufelsmoorregion Gnarrenburg.

In der Tat haben in Gnarrenburg über 100 Jahre lang insgesamt vier große Glashütten für Deutschland und die ganze Welt produziert.

Am bedeutendsten ist wohl der Tropfenzähler aus der Marienhütte (gegründet 1836), ein Weltpatent. Der Erfolg war Ausgangspunkt zu dem kompletten Medizin- und Apothekenflaschensortiment. Und es gab Glas für sehr viele andere Zwecke, auch aus den anderen Hütten. So wurden Glasdachpfannen, Kristall-Karaffen, Lampen und auch Bier-, Wein- und Geneverflaschen, Ehrenhüttenteller und –gläser, Parfümflakons, Gurkenfässer und sogar auch Glasminen (für das Militär) produziert. Mit der Jahrhundertwende wuchs auch die Lohnfertigung für Glasbehälter, die noch heute jeder kennt; z.B. die bekannten Maggiflaschen, Bärenfangflaschen, Kümmerlingflaschen und Pelikantintenfässer.

Zeitweise arbeiteten an die 1.000 Arbeitskräfte in der Produktion und der Vermarktung derr Hüttenprodukte.

Jeden Sonntag von 14.00 – 18.00 Uhr für Besichtigungen geöffnet:

Ideal für Gruppen, Vereine als Tagesausflug

Nach telefonischer Terminvereinbarung (Tel. 04763-627111 Touristik Gnarrenburg e.V.) oder Anmeldung über das Buchungsformular werden Gruppen ab 6 Personen von einem qualifizierten Führer durch das Glasmuseum geleitet: zu jeder gewünschten Zeit. Einfach mit den Freunden, Vereinskollegen zusammensetzen, Tag und Uhrzeit planen und mit Auto, Fahrrad oder Moorexpress anreisen und einen schönen Tag in Gnarrenburg verbringen.

Viele Ausstellungsgegenstände (Glas, Dokumente, Fotos) sind selbsterklärend, aber manches wird spannender, wenn es erklärt wird. So z.B. die in der Marienhütte produzierten Glasminen oder die ausgestellte weiße Originalfahne, die von einem Hüttenmitarbeiter Faktor gemeinsam mit Bürgermeister Garms im Frühjahr 1945 englische Panzer aus Kuhstedt anrollend, daran hinderte, Gnarrenburg in Schutt und Asche zu zerlegen. Oder was soll dieses große Glas halb mit Insekten gefüllt? Oder wieso Glasdachpfannen so gut verkauft wurden. Oder was die Stationen des großen Modelles der Marienhütte bedeuten, wenn sie mit Knopfdruck beleuchtet werden. Oder warum eine Bleichstiftzeichnung des Chefs der Brillianthütte an der Wand hängt und warum dort nicht Eva sondern Adam die Welt in die Versuchung führt und, und, und …

Die Führung durch das Museum kann ergänzt werden mit einem Ausflug zum Moorerlebnispfad oder zum Historischen Moorhof Augustendorf.

Und für Essen, Trinken, Kaffeetafel oder Eisbecher oder Biergartenbier gibt es reichlich Angebote - in unmittelbarer Nähe eine gerne angenommene Kombination: Erst entspannte Führung und dann etwas für Kehle und Magen.

Das Museum soll diese für die Region prägende Zeit erlebbar machen: insbesondere mit einer Fülle von Glasexponaten der schönsten Farben, Formen und Größen. „Das haben wir hier so nicht erwartet“ ist ständiger Kommentar von Besuchern.